Menschen ohne Selbstvertrauen leiden: ihre Körperhaltung ist meist ein wenig eingefallen, als ob sie sich unbewusst klein machen wollten. Sie wirken scheu und unsicher, manchmal aber auch großsprecherisch, perfektionistisch und hyperaktiv, was den Umgang mit ihnen schwierig macht. In der Regel sprechen und denken sie extrem schlecht über sich selbst und haben große Angst, zu versagen und abgelehnt zu werden, so sehr, dass sie oft schon resignieren, bevor sie sich einer Herausforderung überhaupt gestellt haben.
Im Berufsleben passen sie perfekt in das Beuteschema destruktiver Vorgesetzter und mobbender Kollegen. Und auch im Privatleben fällt es ihnen schwer, ihren eigenen Wert zu schätzen und Grenzen zu ziehen.
Beispielsweise durch Eltern und Geschwister, die ein Kind zu sehr behüten. Sie trauen ihm nicht zu, dass es etwas schafft, einerlei, ob es um das Erklettern eines Baumes geht, um das Lösen einer kniffligen Rechenaufgabe oder ums Einkaufen. Nachhaltig tödlich für das Selbstbewusstsein sind wiederholte Ansagen mit dem Inhalt: „Du kannst das nicht, lass mich das machen". Dabei werden gleich 3 Botschaften vermittelt: Die erste besagt, dass Klein Hänschen zu klein, zu dumm und zu langsam ist, um eine bestimmte Aufgabe zu erledigen. Botschaft Nr. 2 lautet, dass womöglich die Welt untergeht, wenn besagte Aufgabe nicht sofort und perfekt bewältigt wird, Botschaft Nr. 3 vermittelt, jemand anderer ist auf jeden Fall stärker, schlauer, besser geeignet, den Job zu machen. Wie soll es da jemals Erfahrungen sammeln, seine Talente einsetzen und entwickeln, den Spaß am Tun bestimmter Dinge entdecken, das Lob für ein Gelingen einheimsen und beharrlich per Versuch und Irrtum zu lernen, Probleme zu lösen?
Doch was auch immer einen Menschen mit einem niedrigen Selbstbewusstsein durchs Leben gehen lässt, die Frage ist: Lässt sich das im Erwachsenenleben noch ändern? Lässt sich das Selbstvertrauen grundsätzlich steigern? Das ist möglich, erfordert allerdings ein wenig Disziplin und Konsequenz, um alte Verhaltensmuster zu durchbrechen:
Letzte Aktualisierung am 30.05.2012.